5 Fragen an …
5 Fragen an ZWISCHEN ZWEI UND VIER
Was ein Sweet-Spot zwischen der perfekten Streaming-Playlist und einer Radioshow aus den 70ern ist, könnt ihr der heutigen Ausgabe von »5 Fragen an …« entnehmen. Die Fragen gehen heute raus an Melanie Gollin und Rosalie Ernst von ZWISCHEN ZWEI UND VIER – ein Musikmagazin fürs Mailfach und Herzensprojekt, das laut Melanie und Rosalie komplett antizyklisch und aus der Zeit gefallen ist. Findet ihr auch? Wir lieben das Projekt! Viel Spaß mit der heutigen Ausgabe:
Am 20. März habt ihr 5-jähriges Jubiläum. Würdet ihr vom Hobbyprojekt zum Job rückblickend alles noch einmal so machen?
Bisher ist es nur im Aufwand ein Vollzeitjob, wir arbeiten noch daran, dass es auch finanziell einer wird – aka: dass wir davon leben können. Das ist das große Projekt für dieses Jahr, da nehmen wir unsere Community auch ganz transparent mit, um Bewusstsein für Kosten und Aufwand zu schaffen. Der Grund, warum wir das machen, ist aber die Antwort auf die Frage: Wir wissen, dass es kreative Projekte wie unseres braucht in einer Medienlandschaft, die immer enger und schriller und so wenig experimentierfreudig wird. Ansonsten würden wir mit dem Rückblick mal noch fünf bis zehn Jahre warten, ok?
Nach 114 Newsletter-Ausgaben startet ihr nun auch noch einen Podcast – wie kam es dazu und seid ihr happy mit dem Feedback zu der News?
Als wir angefangen haben, Liveshows mit unseren Musikbeiträgen zu machen, haben uns Zuschauer*innen ständig gefragt, warum wir keinen Podcast haben. Und wir wollten das auch schon lange. Umsetzen konnten wir es jetzt aber nur, weil Johanna Steiner auf uns zugekommen ist und uns wie eine Hebamme durch den Entstehungsprozess geführt hat. Wir haben versucht, den Podcast bei Produktionsfirmen oder Radiosendern unterzubringen, aber die wollen keine Nischenthemen und nur Hosts, die schon Reichweite mitbringen. Also machen wir’s selbst! Das Feedback bisher ist ultra cute, aber wir haben ja gerade erst angefangen. Wir müssen uns noch einspielen, aber würden schon sagen, dass es einen Podcast wie unseren noch nicht gibt. Es ist der Sweet-Spot zwischen der perfekten Streaming-Playlist und einer Radioshow aus den 70ern und erweitert das Z2U4-Universum um eine neue Dimension.
ZWISCHEN ZWEI UND VIER macht Musikjournalismus in schwierigen Zeiten – was treibt euch an und was macht so viel Spaß dabei?
Jemand (wir) muss ja erstmal niedrigschwellig erklären, warum es schwere Zeiten sind und woran man das auch als Musikfan merkt. Gleichzeitig wollen wir nicht nur aufklären, sondern aus dieser Ohnmacht helfen – uns selbst und unserem Publikum. Wir wollen zeigen, wie man aktiv mitgestalten kann, wie wir zusammen an neuen, alternativen Wegen arbeiten können, die nicht auf die maroden, etablierten Strukturen angewiesen sind. Die Euphorie für Musik muss zurück ins Zentrum dieser Industrie. Zu merken, dass das durch Texte, Gespräche, Shows und Begegnungen funktionieren kann, hilft, die Unmündigkeit, in die uns Spotify und Co. verfrachtet haben, abzuschütteln.
Verrücktester Einfall in der Historie von ZWISCHEN ZWEI UND VIER und welche*r Künstler*in muss noch seinen/ihren Weg in euren Newsletter finden?
Der verrückteste Einfall war, ZWISCHEN ZWEI UND VIER überhaupt zu machen. Wir sind ja komplett antizyklisch und aus der Zeit gefallen. Melanie möchte unbedingt irgendwas mit Frank Schöbel machen. Rosalie will klassische Gehörbildung mit Pop verbinden. Ansonsten haben wir jede Woche verrückte Einfälle. Diagramme, Songtextpremieren, Gedichte, Quiz … Verrückt ist aber auf jeden Fall, dass wir Liveshows aus einem Newsletter gemacht haben. Aber das war nicht unser Einfall, die Idee kam ursprünglich von eurem Chef Ralph.
Ihr seid Speaker bei der diesjährigen c/o pop Convention. Welchen weiteren Programmpunkt könnt ihr empfehlen oder wollt ihr euch vor Ort gerne anschauen?
Wir sind dieses Jahr sogar dreimal bei der c/o pop Convention auf der Bühne. Das würden wir empfehlen, haha. Wir freuen uns auf »Mehr Punk wagen«, weil wir das ja auch immer fordern. Und »Mehr als ein Deal«, weil wir auch unsere Koops ausbauen wollen.
Rosalie hofft, dass sie zwischen unseren Auftritten, Interviews und O-Ton-Jagden bei Franziska Lauter erfährt, wie man als Mensch mit kreativem Drive das Burn-out umgeht. Vielleicht hat sie dafür ein paar Minuten frei. Leider sind wir beide nur mit ganz kleinen Energietanks ausgestattet, da werden wir zwischendurch viel sitzen müssen. Melanie macht das am liebsten im Herbrand’s, weil da einfach alle Leute vorbeikommen und sie sitzt da wie im Büro, während alle mal bei ihr vorbeischauen. Ihr auch? Step into our office, baby!
ZWISCHEN ZWEI UND VIER ist ein Musikmagazin von Melanie Gollin und Rosalie Ernst. Als Newsletter, Podcast und als Liveshow gibt es hier alles, was ihr nie über Musik wissen wolltet. Die beiden ausgezeichneten Musikjournalistinnen sind angetreten, um eingestaubten Musikformaten etwas entgegenzusetzen. Das machen sie seit mehr als fünf Jahren und zeigen, dass Musik nie auserzählt ist.